Das in Geschichten, Liedern, Sprichwörtern, in der Bewegung, den Gesten, im Arbeitsrhythmus und im Tanz, in Bräuchen und Festkulturen artikulierte Wissen von Kulturgemeinschaften wurde vor und nach dem 2. Weltkrieg als Folklore ganz unterschiedlichen politischen Plänen dienstbar gemacht. Wie der Vortrag zeigt, sind die Verwandlungsformen vielfältig. Heute erleben wir im Kontext der Globalisierung ein »Revival« der Folklore auf verschiedensten Ebenen und innerhalb ganz unterschiedlicher politischer Agenden.
Referentin: Inge Baxmann
Studium der Romanistik und der Allgemeinen u. Vergleichenden Literaturwissenschaft in Bochum und Paris.1981-86 Wiss. Mitarbeiterin am Institut für Französische Literaturwissenschaft der TU Berlin.
Promotion 1987. Postdoktorandin am Graduiertenkolleg »Kommunikationsformen als Lebensformen« der Universität GHS Siegen. 1993 - 2001wiss. Mitarbeiterin der Projektgruppe »Kultursemiotik« am Zentrum für Literaturforschung Berlin. 1997 Habilitation am Fachbereich Kulturwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin. Seit Februar 2001 Professorin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig. Direktorin des Tanzarchivs Leipzig.
Buchpublikationen:
Die Feste der Französischen Revolution. Inszenierung von Gesellschaft als Natur.
Weinheim Basel (Beltz) 1989; Mythos: Gemeinschaft. Körper- und Tanzkulturen in der Moderne. München (Fink) 2000;
Das Laokoon-Paradigma. Zeichenregime im 18. Jahrhundert. Berlin (Akademie-Verlag) 2000 (Hrsg. zusammen mit M. Franz u.W.Schäffner);
Deutungsräume. Bewegungswissen als kulturelles Archiv der Moderne. München (Kieser) 2005 (Hrsg. zusammen mit F.A.Cramer);
Les Archives Internationales de la Danse. Paris 2006 (Hrsg. zusammen mit Claire Rousier und Patrizia Veroli);
Körperwissen als Kulturgeschichte: Die A.I.D. München (Kieser) 2007 (Hrsg.);
Mayas, Pochos und Chicanos. Die transnationale Nation. München (Fink) 2007.