
Wie viel Bewegungsfreiheit lässt der öffentliche Raum? Wie reagieren Menschen, wenn ihre gewohnten Bahnen unterbrochen werden? | |
Rollbänder- und Treppen strukturieren den Bewegungsablauf der Fluggäste und geben ihnen ein Tempo vor. Die Menschen werden durch die Architektur geordnet und ordnen sich selbst dem vorgegebenen Fluss unter. „In diesem Status ist ihre Physis gut erkennbar. Sie sind statisch, während sich ihr Körper vorwärts bewegt. Ich will den starren Strukturen der Architektur lebendige Elemente entgegensetzen”, so Irina Pauls. | Die Tänzer ordnen sich nicht in den vorgegebenen Bewegungsstrom, sondern variieren Tempo, Laufrichtung und Körperabstände auf den Bändern variieren und greifen so in den normalen Fluss ein. Die vorgegebene Ordnung wird mit einer unerwarteten Neuordnung durch die Tänzer konfrontiert. Festgelegte Strukturen lösen sich auf. |
„Escalators“ (2008) entstand als künstlerisches Begleitprogramm des Internationalen Theaterinstituts (ITI) zum Festival „Theater der Welt 2008“. Im Zentrum standen vier choreografische Interventionen von Irina Pauls (Leipzig/Deutschland), Charlotte Vincent (Sheffield/England), Yunna Long (Guangzhou/China) und Dani Lima (Rio de Janeiro/Brasilien), begleitet von Medienkünstlern, Studenten und Freien Theatermachern aus Halle. Die Aufführungen fanden in der Abfertigungshalle des Flughafens Leipzig/Halle statt. | |
Fotos: Katharina Seibt