Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht.

Ein Tanzstück von Bettina Werner mit der Juniorcompany der Älteren (14-18 Jahre) – Gewinnerstück des Deutschen Amateurtheaterpreis "amarena 2016"

Die Neuen Medien sind nicht mehr neu. Als fester Lebensbestandteil beeinflussen und verändern Youtube, Facebook, Instagram und Co. unseren Alltag, besonders den der jungen Generation. Die virtuelle Welt scheint sich längst nicht mehr von der realen trennen zu lassen. Wie sich Jugendliche in diesen Welten bewegen und welchen Möglichkeiten sie dort begegnen, bringt Choreografin Bettina Werner in ihrem neuen Tanzstück "Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht." jetzt auf die Bühne. Neben Inspirationen aus verschiedenen literarischen Werken fließen persönliche Erfahrungen der siebenundzwanzig 14-18-jährigen LTT-Tänzer in das Stück ein. Gefühle und Gedanken um medial vermittelte Vorbilder und um die individuelle Suche nach Glück inszeniert Werner für ihre Tänzer in einem Bühnenbild, in dem Kuben und Videoprojektionen die räumlichen Dimensionen der Bühne erweitern.

Bettina Werner über "Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht":
"Wir leben in einem traumhaften Zustand unendlicher Möglichkeiten. Von Neugier beflügelt, wie in einem Spiel, entdeckt der Mensch sich selbst, seine individuellen Fähigkeiten, all die Dinge, die ihn umgeben und sucht darin nach Orientierung für das eigene Handeln. Das Internet ist zu einer smarten Macht geworden, die Freiheit suggeriert, verführt und kein Thema auslässt.

Der Verführung folgend, stellt der Mensch sich selbst und andere zur Schau. Er wählt ein vorgefertigtes Schema von Glück, angelockt von den schier unendlichen Möglichkeiten – zugleich werden alle Informationen über ihn und sein Handeln gescannt und auf Nützlichkeit geprüft.

,Als er zehn Jahre alt wurde, hatte er im Fernsehen, in Magazinen und im Internet die wesentlichen Zutaten des menschlichen Lebens bereits gesehen und auf ihre Beschaffenheit geprüft. Er kannte Kriege, Sex, Liebe, Glück, Unglück, … Gewalt, … Mitleid, Heldentaten, …' (Juli Zeh, Spieltrieb)

Mit diesem nüchternen Wissen muss der Mensch seinen Umgang mit Problemen erlernen. Übersteigt die Komplexität eines Problems die Leistungsfähigkeit eines Computers, stürzt er ab, er schaltet sich aus. Der Mensch aus Fleisch und Blut kann sich nicht abschalten. Er lacht oder weint, schreit oder schweigt und sucht in sich nach Antwort. Durch die permanente Information bewegen sich Jugendliche oft an ihrer Reizgrenze und wenden sich schließlich gelangweilt ab.

Aber sie wollen lachen, sie wollen weinen, sie wollen sich spüren.

Doch die Gelangweilten, die Trichter sind, in die man hineinspricht, übernehmen die Macht über das Spiel und schaffen sich ihre eigene Wirklichkeit: die der Möglichkeiten."


Spieldauer: 60 Minuten

Szenenfoto: Rolf Arnold
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Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
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Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
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Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
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Szenenfoto: Rolf Arnold
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Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
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Szenenfoto: Rolf Arnold
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Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold
Szenenfoto: Rolf Arnold

Premiere: 4. Juli 2015, 19 Uhr | Schauspiel Leipzig

Konzept, Choreografie, Regie Bettina Werner
Solisten Alica Dao/Tale Leitzke, Niclas Groh/Paula Meister, Liv Lippert/Lena Held, Linna Zimmermann/Isabell Shibru, Nina Lili Friedrich/Emma Thom, Silva Kirstein/Helene Straube, Kind
Videokunst Birk Schmithüsen
Kostüme Elisabeth Schiller-Witzmann, Marie Nandico
Bühnenbild Bettina Werner, Robert Schiller
Licht und Ton Christian Seibt, Ingo Koch
Text Yahya Hassan, Gedichte
Einstudierung Song Christopher Stewart Clara Kliche, Fiona Wilke, Bettina Werner

Pressemotiv (Header): Hagen Wolf, Szenenfotos: Rolf Arnold